Finanzierung des Kooperationsprojektes "Ich bin Klasse?!" auch 2009 gesichert
Stadt Lingen übernimmt Projektkosten

Ein Floß kann nur dann funktionieren, wenn die einzelnen Teile fest miteinander verbunden sind. Im vorigen Jahr haben Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule – Förderschule Lernen – in Lingen so ein Gefährt beim Kanu- und Klettercamp in Schepsdorf gebaut. Dabei stellten sie im Rahmen der Erlebnispädagogik fest, dass auch die Schulgemeinschaft gleichsam ein Floß ist. Nur alle gemeinsam können etwas bewirken. Dabei muss sich der eine auf den anderen verlassen können.
Vor dem Schulausschuss warben die Verantwortlichen des Kooperationsprojektes „Ich bin Klasse?!“ dafür, dass sich nach 2008 auch in diesem Jahr vier Klassen der Pestalozzischule an diesem Projekt beteiligen können. Schulleiterin Gerda Hölscher, Sozialpädagoge Frank Eichholt (Christophorus-Werk), Sozialpädagogin Heike Kramer (Leiterin des Niedersächsischen Kooperations- und Bildungsprojektes Lingen) und Uwe Berger (Leiter des Kanu- und Klettercamps) überzeugten den Ausschuss davon, dass die Stadt für 2009 Kosten in Höhe von 7520 Euro übernimmt. „Die beteiligten Lehrer haben das Projekt rückblickend als unglaublich positiv bewertet“, berichtete Eichholt. Es sei auch auf andere übertragbar. Der Clou an der Sache: Die Aufgaben der Kooperationsspiele sind grundsätzlich so gestellt, dass Lösungen nur in der Gruppe möglich sind.

Ziel des Projektes ist es nach den Worten der Kooperationspartner, das Selbstwertgefühl der jungen Menschen zu steigern, die Frustrationstoleranz zu erhöhen und dadurch die Persönlichkeit positiv zu entwickeln. Zum Selbstwertgefühl tragen auch Grenzerfahrungen zum Beispiel beim Klettern bei. Gemeinsame Kanutouren mit Schatzsuche gehören ebenfalls zum Programm. Ganz wichtig ist auch die gemeinsame Zubereitung und Einnahme des Essens. All dies fördert den Zusammenhalt der Klassen während der Erlebnistage.
Ein Wir-Gefühl ist auch dringend notwendig, treffen doch an der Pestalozzischule Jugendliche aus verschiedensten Nationen und Kulturen sowie aus sozialen Brennpunkten aufeinander. Durch das Projekt sollen sowohl diejenigen Schülerinnen und Schüler erreicht werden, die durch ihre bisherige Neigung zu auffälligem Verhalten den Lernprozess der Klasse behindern, wie auch diejenigen, die bisher eher wenig Aufmerksamkeit erhalten und einer Stärkung des Selbstwertgefühls dringend bedürfen.
Text: Ludger Jungeblut