Die Volkshochschule Lingen zu Gast auf Hof Vaal
Dr. Andreas Eyinck lud auf Hof Vaal zu einer Zeitreise durch die Hofgeschichte ein

Zu einem äußerst spannenden und informativen Vortrag von Dr. Andreas Eyinck hatte die Volkshochschule Lingen auf den Hof Vaal in Schapen eingeladen. Der Bioland-Hof Vaal, der seit knapp zwei Jahren vom Christophorus-Werk bewirtschaftet wird, bot den passenden Rahmen für eine kleine Zeitreise durch die wechselvolle Geschichte des Hofes die von den Anfängen der Familie Vaalmann, einer Töddenfamilie aus dem 17. Jahrhundert, bis in unsere Zeit hineinreichte. Das Interesse an dieser Veranstaltung war immens. So war die Diele auf Hof Vaal mit ca. 150 Menschen bis auf den letzten Platz belegt.

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom geschäftsführenden Direktor des Christophorus-Werkes, Georg Kruse. Dieser hob in seiner einleitenden Rede zum Vortrag von Dr. Andreas Eiynck nochmals die herausragende Stellung des Hofes hervor, der zukünftig 20-25 Personen mit Behinderungen die Möglichkeit bietet, hier eine Tätigkeit zu finden, die ihren Fähigkeiten entspricht und ihnen Freude bereitet. Durch diese offene Struktur leiste der Hof auch eine wichtige Integrationsfunktion für Menschen mit Behinderungen in unsere Gesellschaft und helfe dabei, mögliche Schwellenängste abzubauen.

Im anschließenden rund einstündigen Vortrag beschrieb Dr. Eyinck auf unterhaltsame und spannende Weise, unterstütz von einer reichhaltig Bilderpräsentation das Leben und Wirken der Familie Vaalmann. Viele Jahre war der Hof Vaal in der Bauernschaft Borken bei Schapen der Stammsitz der Familie. Durch regen Wanderhandel mit den Niederlanden brachte es diese Familie zu großem Reichtum. Doch dieser war nur von begrenzter Dauer. Um 1820 musste die Töddenfamilie Konkurs anmelden und den Hof an die Familie Vaal verkaufen. Da die Familie kinderreich war und es sich leisten konnte, bestellte das Familienoberhaupt des Privatlehrer Jan Christian Hüberts als Hauslehrer für seine Kinder nach Schapen, der 1844 eine private Handelsschule gegründete. Die ehemaligen Gebäude dieser Handelsschule, die noch bis in die 1970er Jahre in Schapen bestand und dann nach Hopsten umsiedelte, beherbergen heute ein zum Christophorus-Werk gehörendes Wohnheim.

Gespannt lauschten die Besucher auch der Geschichte der Windmühle in Schapen-Borken, um die sich zahlreiche Sagen und Legenden ranken und deren Schicksal ebenfalls eng mit der Geschichte der Familien Vaalmann und Vaal verknüpft ist. Abschließend wurde von Dr. Eyinck nochmals die liebevolle und aufwändige Restauration des Hofes durch das Christophorus-Werk hervorgehoben. Beispielhaft machte er dies am Bild einer Sanndsteinplatte über dem Kamin des Hofes, die im Laufe der Zeit brüchig geworden war. Diese wurde durch eine neue Platte vom Christophorus-Werk ersetzt auf der ein der Gesamtoptik angepasstes Bild des Heiligen Christophorus zu sehen ist. Zahlreiche Besucher nutzten im Anschluss an die Veranstaltung die Möglichkeit, sich den Kaminbereich näher anzuschauen und sich von der Qualität der Restaurationsarbeit selbst ein Bild zu machen.
Text: Jörn Asche