"Wir sind froh, dass wir gestartet sind!"
Große Resonnanz bei Fachtagung zum Thema Integration von Menschen mit Behinderungen in Vereine im Christophorus-Werk
„Wenn Integration nicht über den Sport bzw. über Vereine gelingt – wo kann sie dann überhaupt gelingen?“ fragte Georg Kruse, Direktor des Christophorus-Werkes Lingen in seinen Begrüßungsworten zur Fachtagung „Wege - Chancen – Grenzen. Gelingende Integration von Menschen mit Behinderung in öffentliche Vereine und Verbände“. Ca. 50 Vertreter von Vereinen und Verbänden nahmen an der vom Christophorus-Werk organisierten Abendveranstaltung teil. „Erfreulich viele Teilnehmer“, wie Frank Eichholt und sein Kollege Volker Stock hinterher feststellten. Beide hatten ein Konzept zum Thema Integration von Menschen mit Behinderungen in Vereine präsentiert, mit dem Ziel, den Vereinen, die noch keine Angebote für Menschen mit Behinderungen vorhalten, Mut zu machen. Kai Schröder vom Behindertensportverband Niedersachsen machte in seiner anschließenden Rede darauf aufmerksam, wie wichtig für Menschen mit Behinderungen Integration in „normale Vereine“ sei und wie wenig Integration es bisher in dieser Richtung gäbe.

Dass gelungene Integration ein Gewinn für alle Beteiligten ist, stellte Gregor Menger am Beispiel des TuS Lingen dar. Seit 2005 gibt es beim TuS Lingen das Projekt „Mittendrin“, das ein- und mehrfachbehinderte junge Menschen in das alltägliche Vereinsleben integriert. „Es ist eine Bereicherung für den ganzen Verein!“, so Menger. In Kooperation mit dem Christophorus-Werk spielt beim TuS Lingen jetzt auch die erste Behindertenmannschaft der neugegründeten 1. Behindertenfuß-ballliga Niedersachsen (1. BFLN). Alle anderen Mannschaften dieser Liga spielen unter dem Namen der zugehörigen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen.
Der TuS Lingen ist ein Beispiel in der Region, wie Integration gut laufen kann – aber bei weitem nicht das einzige. So gibt es schon seit vielen Jahre eine enge Zusammenarbeit mit der Mal- und Kreativschule, dem TPZ oder auch der DLRG, um nur einige zu nennen. Durch die Teilnahme der an diesen Integrationsprojekten beteiligten Personen bot die Fachtagung eine gute Austauschmöglichkeit.

Im Verlauf der Veranstaltung wurde klar, dass ein Problem bisher die Unsicherheit der Vereine in bezug auf den tatsächlichen Bedarf war. Dass dieser aber auf jeden Fall vorhanden ist, machte Elternvertreterin Jutta Scholz in einem Statement deutlich.
Zum Abschluss der Veranstaltung waren sich alle einig: Es war ein voller Erfolg. Der Startschuss für weitere Initiativen ist gegeben und der Termin für ein nachfolgendes Koordinatorentreffen steht bereits fest: am 23. April um 19 Uhr will man sich im Christophorus-Werk wieder zusammensetzen, um detailliert über weitere Planungen zu sprechen. Mehrere Vereine, wie z. B. der MTV Lingen, der Lingener Judo-Verein und Olympia Laxten haben ihre Mitarbeit bereits zugesagt. Interessierte Vereine können sich gerne im Christophorus-Werk Lingen bei Frank Eichholt unter 0591 9142-875 oder frank.eichholt@christophorus-werk.de melden.