Es hat sich viel getan
Bioland-Hof Vaal nahm vor einem Jahr seinen Betrieb auf
Am 1. März 2007 begann Landwirt Manfred Grote mit seiner Arbeit auf Hof Vaal und startete damit das damals neueste Projekt des Christophorus-Werkes: die Bewirtschaftung eines Bioland-Hofes mit Hilfe von Menschen mit Behinderungen. Ein Jahr ist seitdem vergangen und auf der jahrhundertealten Hofstelle in Schapen hat sich eine ganze Menge getan.

Die umfangreichen Umbauarbeiten und die Gestaltung der Außenanlagen sind weit fortgeschritten und wurden, sind in großen Teilen mit Hilfe der Auszubildenden des Berufsbildungswerkes (BBW) des Christophorus-Werk geleistet. In Zukunft ist angedacht, bei einer Ausbildung im Agrarbereich einen praktischen Teil auf Hof Vaal zu absolvieren und so einen Schwerpunkt im biologischen Gemüsebau anbieten zu können. So werden in diesem Jahr neue Plätze für junge Menschen mit Lernbehinderungen geschaffen, die ihre Ausbildung im BBW Lingen machen.

Die Bioland-Produkte werden mittlerweile mit Hilfe von Menschen mit Behinderungen auf Hof Vaal angebaut, geerntet und verkaufsfertig gemacht. Dabei wird darauf geachtet, dass die Beschäftigten Aufgaben auf der Hofanlage finden, denen sie gewachsen sind und die ihnen Freude machen. Auf Hof Vaal geht es aber nicht nur um den Anbau von Gemüse. Seit dem vergangenen Sommer gibt es auch ca. 200 Hühner, die täglich Eier legen und die betreut werden müssen. Eine Aufgabe, die von vielen Beschäftigten gerne wahrgenommen wird, denn der Umgang mit Tieren ist bei den meisten Personen sehr beliebt. Seit dem vergangenen Sommer haben Beschäftigte sowohl aus der Werkstatt für psychisch kranke Menschen, als auch aus der Werkstatt für Menschen mit geistigen Behinderungen auf dem Bioland-Hof ein Praktikum absolviert. Nach dieser Probezeit kann jeder Praktikant selbstständig entscheiden, ob er weiter auf der Hofanlage arbeiten möchte, oder ob er lieber wieder in die vertraute Werkstattumgebung zurück möchte. Acht Beschäftigte haben mittlerweile ihren Arbeitsplatz nach Schapen verlegt und arbeiten hier nun auch dauerhaft. Über kurz oder lang ist geplant, zwei Gruppen mit je zwölf Personen auf Hof Vaal zu beschäftigen. So konnte bereits für einige Menschen der Werkstatt ein neues Arbeitsumfeld geschaffen werden, in dem sie sich wohl fühlen. Damit ist ein Hauptanliegen des Projektes erreicht.
Seit Anfang dieses Jahres kommen jeden Tag Bewohner aus dem zum Christophorus-Werk gehörenden Wohnheim Schapen, der ehemaligen Hüberts’schen Handelsschule, auf den Hof Vaal, um hier ihren Alltag mit tagesstrukturierenden Maßnahmen sinnvoll zu gestalten. Gleichzeitig wird nun die bereits in kleinem Rahmen bestehende Landwirtschaft beim Wohnheim Schapen in biologischen Landbau umgewandelt, so dass auch hier Biolandprodukte angebaut werden können.
Im Rahmen der tagesstrukturierenden Maßnahmen ist es nun auch möglich den Hofladen an jedem Werktag von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet zu haben. „Wir freuen uns immer über Besucher, auch wenn sie nur mal schauen wollen, was wir hier so machen und nichts kaufen wollen. Wir sind ein offener Hof!“, betont Projektleiter Manfred Grote.