Ein Lingener in der Nationalmannschaft?
Kooperation zwischen dem Christophorus-Werk und dem TuS Lingen und Startschuss für die 1. Behinderten Fußball Liga
Am kommenden Sonnabend ist es soweit: am 24. November findet in Hannover das Auftaktturnier der 1. Behinderten Fußball Liga Niedersachsen (1. BFLN) statt. Das ist das Ergebnis einer Fachtagung in Barsinghausen, auf der 15 Vertreter verschiedener Einrichtungen der Behindertenhilfe aus ganz Niedersachsen unter Federführung des Präsidenten des Behinderten Sportverbandes Niedersachsen, Karl Finke, und des Präsidenten des Niedersächsischen Fußballverbandes, Karl Rothmund, zusammenkamen. Im Vorfeld war es bereits zu einer Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Verbänden gekommen, welche die Initiierung des ersten offiziellen Ligaspielbetriebs für Menschen mit geistiger Behinderung zum Ziel hatte. Ausdrücklich gewünscht worden war die Aufnahme eines solchen Spielbetriebs auch von Theo Zwanziger, dem Präsidenten des Deutschen Fußball Verbands.

„Seit Mitte der 80er Jahre haben wir uns darum bemüht, dass eine solche Möglichkeit für Menschen mit geistiger Behinderung geschaffen wird – jetzt sind wir mehr als glücklich, dass es nun endlich soweit ist!“, freute sich Frank Eichholt nach der Fachtagung. Eichholt ist Jugendwart des TuS Lingen und gleichzeitig als Sozialpädagoge im Christophorus-Werk angestellt.
Die Anwesenden Vertreter der Einrichtungen kamen auf der Fachtagung überein, dass es wünschens- und erstrebenswert sei, die am Ligabetrieb beteiligten Fußballmannschaften langfristig in reguläre Vereine zu integrieren, denn damit könnte diese erste Initiative zu einer gelebten Integration führen. „Wir Lingener sind dahingehend bereits in einer komfortablen Situation“, stellte Frank Eichholt fest. Er ist Leiter des Projektes ‚Mittendrin’, das die Integration junger Menschen mit Behinderung in Sportvereine zum Ziel hat. Hier ergab sich ein Synergieeffekt zwischen den Fußballern, welche bereits jetzt in unterschiedlichsten Mannschaften im Christophorus-Werk Lingen gefördert werden - und dem TuS Lingen als Fußballverein. Darum wurde der Rahmen für eine Kooperation geschaffen, durch welche die Fußballer des Christophorus-Werkes nicht unerheblich profitieren könnten: die zum Ligabetrieb gemeldete Mannschaft wird eine Lingener sein und als TuS Lingen die Farben der Stadt im Spielbetrieb repräsentieren.

Eichholt freut sich zudem, dass alle Spieler aus den unterschiedlichen Teams des Christophorus-Werkes und vom Projekt Mittendrin für die neue Liga in Frage kommen. Als Spieler kommen alle Menschen mit geistiger Behinderung in Frage, die 16 Jahre und Älter sind. Frauen können ebenfalls teilnehmen.
Es bleibt zu wünschen, dass diese Idee in den nächsten Jahren von alle Beteiligten und Verantwortlichen mit Leben gefüllt wird und zu einem kleinen Schritt in Richtung Normalität und gelebter Integration wird.