Menschen mit Behinderungen bauen Biogemüse an
Hofverkauf auf Hof Vaal in Schapen ist am Freitag eröffnet worden
Quelle: Lingener Tagespost vom 17. September 2007
Seit 20 Jahren kauft der Beestener Johannes Burrichter Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft, und ebenso lange betreibt der studierte Landwirt Manfred Grote eben diese biologische Landwirtschaft: So war am Freitagnachmittag Burrichter auch Grotes erster Kunde beim Hofverkauf auf dem Bioland-Hof Vaal in Schapen. Betreiber des Hofes ist das in Lingen ansässige Christophorus-Werk.
Pünktlich um 14 Uhr öffneten sich am Freitag auf dem alt eingesessenen Hof Vaal in Schapen erstmals die Pforten zum neu eingerichteten Hofverkauf. Der Andrang ist am ersten Tag zwar nicht riesig, aber stetig kommen Besucher, um sich mit auf natürlicher Art und Weise angebautem Gemüse, Kartoffeln, Obst oder auch frischen Eiern zu versorgen.
Alle Kunden werden dabei fachgerecht von Projektleiter Manfred Grote beraten. Er betreibt seit 20 Jahren biologischen und auf Natürlichkeit bedachte Landwirtschaft. Noch in seiner Ausbildung hat der studierte Landwirt "einen Knacks" bekommen. "Das war, als einer meiner Professoren vom wissenschaftlichen Ziel bei der Hühnerzucht sprach, jedes Jahr einen Tag bis zur Schlachtreife einzusparen. Das wollte ich einfach nicht mitmachen." Das Ziel sei übrigens erreicht worden, berichtet Grote - rudn 29 Tage dauere es heute, ein Huhn vom Schlüpfen bis zur Schlachtreife zu bringen.
Anders auf dem Bioland Hof Vaal: Die 200 Hühner gackern hier munter in einem von Grote selbst eintworfenen und für 312 Hühner zugelassenen und beweglichen Freilauf. So haben die Hühner immer frischen Boden unter ihren Krallen. Keinerlei Wunden oder Hackspuren lassen sich daher bei den Hühnern entdecken. Auch das Getreide und das Gemüse werden unter möglichst natürlichen Bedingungen produziert - und zumeist von Mitarbeitern mit Behinderungen des in Lingen ansässigen Christophorus-Werkes geerntet.
Denn der Hof Vaal ist eine weitere Außenstelle des Christophorus-Werkes, in dem von rund 600 Mitarbeitern rund 1500 Menschen mit Behinderungen betreut und gefördert werden. Zehn bis zwölf Appartements sollen mittelfristig noch auf dem Hof eingerichtet werden, so dass einige Mitarbeiter auch nahe bei ihrer Arbeitsstelle und mitten in der Natur auf dem Hof leben können. "Die Arbeiten sind größtenteils handwerklich einfach. Sie führen jedoch schnell zu einem sichtbaren Ergebnis, das für die Arbeitenden ein tolles Erfolgserlebnis darstellt", erläuterte der geschäftsführende Direktor des Christophorus-Werkes, Georg Kruse, das Konzept.
Ab sofort hat der Hofladen in der Borkener Straße 12 in Schapen jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.
Nähere Infos unter Tel. 05458 93666920, per E-Mail hof.vaal@christophorus-werk.de oder im Internet: www. christophorus-werk.de