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Gut Hange ist Heimat des Berufsbildungswerkes
Ausbildung und Förderung von Jugendlichen
Quelle: Ems-Report vom 04. August 2007
Das Ausbildungsjahr beginnt in diesen Tagen und auch im Berufsbildungswerk (BBW) Lingen trudeln die neuen Auszubildenden ein. Doch in diesem Jahr sind es mehr Jugendliche als in der Vergangenheit, die von der Arbeitsagentur nicht nur eine Ausbildungsstelle, sondern auch einen Internatsplatz im BBW zugewiesen bekommen haben.


Deshalb kommen jetzt 16 Auszubildende des BBWs in den Genuss, mit ihren Betreuungspersonen auf Gut Hange bei Freren einzuziehen. Die Gebäude, in denen bis 2002 unter anderem die Fachschule für Hauswirtschaft untergebracht war, gingen vor einigen Jahren in den Besitz des Christophorus-Werkes über und bieten genügend fertig eingerichtete Einzelzimmer und Platz für die neuen Bewohner.


Das BBW Lingen ist ein überregionales Kompetenzzentrum der beruflichen Rehabilitation und bietet speziell jungen Menschen mit einer Lernbehinderung aber auch Jugendlichen mit leichten körperlichen Behinderungen einen geeigneten Ausbildungsplatz mit einer spezifischen Förderung an. Dafür stehen mittlerweile für mehr als 2/3 der über 350 Auszubildenden Internatsplätze zur Verfügung. "Die wachsende Nachfrage an Internatsplätzen liegt in einem immer größer werdenden Förderbedarf unserer Jugendlichen begründet", erläutert Ina Hartholt, Internatsleiterin des BBW Lingen, die veränderten Zahlen. "Wir haben eine einge Verzahnung der einzelnen Fördermaßnahmen und die Internatsschüler profitieren natürlich in größerem Ma´ße davon, als diejenigen, die nach ihrem Ausbildungstag wieder nach Hause fahren." Verschiedene Fachdienste, die pädagogischen Mitarbeiter im Internat und die Ausbilder, sind durch individuelle und kontinuierlich aktualisierte Förderpläne immer auf dem neuesten Entwicklungsstand jedes einzelnen Zöglings.


Bei privaten, schulischen oder auch gesundheitlichen Problemen kann schnell geholfen werden und für die Auszubildenden gibt es immer jemanden mit einem offenen Ohr.


Viele der Jugendlichen, die schließlich im BBW ihre Ausbildung machen, wissen nach Beendigung ihrer Schulzeit noch gar nicht, wo sie beruflich überhaupt landen wollen oder können. Durch die bis zu elf Monate dauernden berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) haben sie die Möglichkeit, in die verschiedenen Ausbildungsberufe des BBWs Lingen reinzuschnuppern und sich einen Eindruck von den verschiedenen Berufsbildern zu verschaffen. Doch die Nachfrage an Plätzen für die BvB hat mit fast 30 Anmeldungen mehr als im vergangenen Jahr selbst Ina Hartholt überrascht.


Einen Grund für die generell gestiegenen Anmeldezahlen sieht die Internatsleiterin unter anderem darin begründet, dass sich die Mitarbeiter sehr gut mit dem Krankheitsbild ADHS auskennen und auch in regelmäßigen Abständen an Fortbildungen zu diesem Thema teilnehmen können. Die Zahl der Auszubildenden im BBW mit der ADHS-Diagnose liegt mittlerweile bei 50 bis 60 Jugendlichen.


Für viele Eltern und Reha-Betreuer ist wohl auch der rigorose Umgang in bezug auf Drogen und Straftaten ein weiterer Pluspunkt für das BBW Lingen. Ein weiterer Grund liegt für Ina Hartholt in der familiären Atmosphäre innerhalb des Internats.


Das BBW Lingen ist also gut gerüstet und freut sich auf seine neuen Auszubildenden und den Start ins neue Ausbildungsjahr.