"Die Märchenmafia" - Viel Inhalt und Spielfreude
Kooperations-Theater-AG beeindruckte auch mit Thematik
Quelle: Lingener Tagespost vom 27. Juni 2007
"Die Märchenmafia", ein Stück von und mit Jugendlichen aus der "Kooperations-Theater-AG" des Franziskusgymnasiums und der Tagesbildungsstätte (Tabi) des Christophorus-Werkes Lingen, feierte im Forum des Franziskusgymnasiums Lingen vor "vollem Haus" eine mit sehr viel Beifall begleitete Premiere.
Das Stück greift die Probleme in der Gefühlswelt, Informationsüberflutung und Konfliktvielfalt der jungen Menschen in unserer Zeit in einer so unmittelbar pakcenden Darstellung auf, dass es emotional tief unter die Haut der gebannten Zuschauer geht. Dabei richten sich die angewandten dramaturgischen Mittel, wie plastisch-dynamisch und knapp gehaltenen Dialoge, rasante Szenenwechsel, Pantomime, aktuelle Musik viel Bewegung und Tanzelemente sowie verbale Auseinandersetzungen, so recht nach der Stimmungswelt von Kindern und Jugendlichen aus.
Der erwachsene Zuschauer wird sich dagegen vor allem inhaltlich von dem Motiv des "Ausreißer-Kindes" betroffen zeigen und über das selbstverständliche fröhliche und befruchtende Miteinander von Schülern des Gymnasiums und der Tagesbildungsstätte für Kinder mit Förderbedarf im Bereich der geistigen Entwicklung staunen.
Spielfreude und Ausdruck der jungen Akteure hinterlassen einen tiefen Eindruck bei den Zuschauern, und werden wohl noch lange nachwirken.
Der Inhalt des Stückes ist rasch erzählt: Gretel kommt wieder einmal sehr spät nach Hause. Die Eltern nerven mit Vorhaltungen. "Ich bin doch kein kleines Kind mehr!", ruft sie zornig. Und in einem passenden Augenblick reißt sie mit ihrem Bruder Hänsel aus. Ab geht es nach Berlin, dem Zauber hinterherjagend, etwas zu erleben und frei zu sein. Dort kommen sie übermüdet und spät in der Nacht an. In dem Dämmerzustand zwischen Traum und Wirklichkeit geraten sie in eine Versammlung der "Märchenmafia" und damit hinein in der Verführungen und Gefahren des Großstadtlebens. Realität und Spiel, Erleben und Traum halten sie eine Weile in grenzenlosem Vermischen gefangen, aber als sie wieder mit festen Beinen auf dem sprichwörtlichen Boden der Tatsachen stehen, ist ihr Entschluss gefasst. Am Ende gbit es jede Menge Beifall, viele "Vorhänge", Süßigkeiten und Blumen für die Akteure.
Johannes Pruisken, Direktor des Franziskusgymnasiums, erinnerte an die bereits über zehnjährige Tradition der integrativen "Kooperations-Theater-AG", bei der die Kinder selbst die Stücke schreiben und alle zwei Jahre eine Aufführung stattfindet.
Weitere Aufführungen am Mittwoch, 27., und Donnerstag, 28. Juni, sowie am Dienstag, 10. Juli, jeweils ab 10.40 Uhr im Forum des Franziskusgymnasiums. Die Spielleitung: Gesine Redenikus-Hoppe und Bärbel Brokjans.