Ich bin Klasse!
Praxisorientiertes Kooperationsprojekt von Pestalozzi-Schule und der Tagesbildungsstätte des Christophorus-Werkes Lingen e.V. erfolgreich gestartet

„Müssen wir schon nach Hause?“ Diese Frage von einem Siebtklässler nach einem – wenn auch nicht ganz normalen – Schultag kann von Seiten eines Lehrers nur positiv bewertet werden. Und so freuten sich die Projektleiter Frank Eichholt und Heike Kramer gemeinsam mit Klassenlehrerin Mechthild Wübbels-Klus von der Pestalozzi-Schule sehr über den gelungenen Projekttag, der aus den Individualisten der Klasse einen Klassenverband machte.
Alltag von Schule ist zunehmend beeinflusst von gesamtgesellschaftlichen Themen und Problemstellungen. Das soziale Miteinander von Schülern lässt oft zu wünschen übrig. Daher ist nicht mehr nur klassisch schulisches Lernen gefragt, in den Schulen müssen den Kindern und Jugendlichen auch immer mehr soziale Kompetenzen vermittelt werden.

In einer Einrichtung wie der Pestalozzi-Schule, Förderschule Lernen, in der Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Nationen, Kulturen und sozialer Schichten aufeinander treffen, ist dies für die Lehrer besonders schwierig. Frank Eichholt, Sozialpädagoge der Tagesbildungsstätte des Christophorus-Werkes und Heike Kramer, die als Sozialpädagogin derzeit beim Kolping Jugendmigrationsdienst Salzbergen für das Niedersächsische Kooperations- und Bildungsprojekt (NiKo) angestellt ist und zuvor das PRINT-Projekt (Prävention und Integration) betreute, erarbeiteten daraufhin das Projekt „Ich bin Klasse“.

„Ziel ist zunächst einmal die Initiierung gruppendynamischer Prozesse in den Klassen“, erläutert Frank Eichholt die Vorgehensweise. „Das umfasst individuelle Grenzerfahrungen sowie kooperativ zu bewältigende Aufgabenstellungen.“ So sollen Motivation, Teambereitschaft, Selbstwertgefühl und die Erhöhung von Frustrationstoleranz gefördert werden.
Als Kooperationspartner konnte mit Uwe Berger vom Kanu und Klettercamp Lingen ein Fachmann gefunden werden, der von der Idee und deren Umsetzung absolut überzeugt ist: „Es war Liebe auf den ersten Blick!“ Er verband erlebnispädagogische Aufgaben mit der Zielsetzung und passte diese auf die Klassen so an, dass bereits im Vorfeld ein Höchstmaß an Motivationsbereitschaft bei den Kindern erreicht werden konnte.
Die Klassen 7 der Pestalozzischule Lingen wurden in eine spannende Geschichte hineinversetzt, in der sie einen „Clan“ spielen sollten.

Die wichtigste Aufgabe dabei war es, durch die Spiele Essen für alle zu besorgen. Dabei musste dann beispielsweise ein Hummer aus einem „Säuresee“ herausgeholt werden oder das Obst für den Obstsalat vom oberen Ende der Kletterwand heruntergeholt werden. Zusätzlich hatte jeder Schüler ein rohes Ei als Schatz, auf den es aufpassen und den es den ganzen Tag bei sich tragen musste.
Die Schüler erlebten sich an diesem Tag als kompetent und zur gemeinsamen Lösung schwieriger Aufgabenstellungen überraschend fähig und gingen gestärkt aus diesem Tag heraus. „Wir sind Klasse“ war letztlich nicht nur Titel des Projektes, sondern gelebte Realität.
Nach Abschluss des Projektes erfolgt nun zunächst eine ausführliche Auswertung und Analyse der Ergebnisse. Hierbei soll eine Möglichkeit der Weiterführung in anderen Klassen der Pestalozzischule - Förderschule Lernen -, als auch über eine mögliche Adaption für die Tagesbildungsstätte des Christophorus-Werkes und somit eine Übertragbarkeit auf andere Zielgruppen/Klassen erarbeitet werden.