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Akzeptiert uns, wie wir sind!
Über 1000 Teilnehmer gestern beim Aktionstag in Meppen
Quelle: Lingener Tagespost vom 04. Mai 2007
"Jeder darf anders sein" - Das Motto des gestrigen Aktionstages der drei Angehörigenvertretungen des St.-Vitus-Werkes Meppen, des Christophorus-Werkes Lingen und des St.-Lukas-Heims Papenburg hat sich wie ein roter Faden durch alle Reden gezogen.


Über 1000 Menschen mit und ohne Behinderungen fanden sich gestern auf dem Meppener Marktplatz ein. Eltersprecherin Gisela Sulmann forderte mehr Toleranz und Sensibilität, um den behinderten Mitmenschen die Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen. Mit Parolen auf ihren Plakaten wie "Akzeptiert uns, wie wir sind!" unterstrichen die Teilnehmer diese Forderung.


In Wysotzki berichtete von ihren Erfahrungen: "Man hat mir beim Arbeitsamt gesagt, ich bin für einen Arbeitsplatz nicht geeignet." Die 21-jährige Meppenerin sagte dem Publikum voller Stolz: "Ich bin sehr froh, im Vitus-Werk arbeiten zu dürfen." Gleich mehrere Redner forderten das Recht auf Frühförderung, Schule, Ausbildung und Arbeit ein. Gisela Sulmann und ihre Mitstreiterinnen wie Elisabeth Pohlmann und Marion Stoffers sprachen sich für "genügend Arbeitsplätze und Beschäftigungsmöglichkeiten" in den Behindertenwerkstätten aus.


Weiterhin sei es wichtig, dass behinderte Menschen auch bei Krankheit sowie im späteren Rentenalter in "ihrer gewohnten Umgebung leben dürfen". Walter Teckert vom Landesbehindertenbeirat forderte die Landesregierung zu einer Novellierung des Gleichstellungsgesetzes für Behinderte auf.


Caritasdirektor Josef Heile forderte "ein unverkrampftes Miteinander" aller Menschen. Zugleich will er in den Köpfen der Emsländer bereits ein "großes Stück Barrierefreiheit" erkannt haben. Kreisbehindertenbeauftragte Ursula Mersmann ergänzte: "Jeder ist einzigartig mit seinen Vorzügen und Schwächen." Propst Dietmar Blank appellierte an die Kirchen, Vereine und Verbände, behinderte Mitmenschen stärker zu integrieren. Es gebe viele Beispiele für ein "christlich orientiertes Verständnis". Der 19-jährige Bernd Einhaus aus Lahn hielt stolz sein Plakat in die Luft: "Ich bin im Schützenverein."