Viel Spaß beim Würfeln
Treff im Mehrgenerationenhaus für Behinderte und Nichtbehinderte
Quelle: Lingener Tagespost vom 05. April 2007
Eine fröhliche Atmosphäre herrschte beim 1. Offenen Treff im Mehrgenerationenhaus in Lingen, der von Mitarbeitern des Christophorus-Werkes organisiert worden war und sehr gut angenommen wurde.
Dabei war im Vorfeld nicht klar gewesen, ob die Veranstaltung gut besucht sein würde, denn für Menschen mit Behinderungen ist eine ungewohnte Umgebung oft ein Hemmnis, und Menschen ohne Behinderung sind vielfach unsicher im Umgang mit ihren Mitmenschen, die ein körperliches oder geistiges Handicap haben.
Die knapp 20 Teilnehmer saßen in Grüppchen an vierschiedenen Tischen, tranken Kaffee, aßen Kuchen und spielten: Halma, Fang den Hut, Mensch ärgere dich nicht, Uno, Slotter ... Man hörte das Klackern der Würfel, den Jubel, aber auch die bedauernden Ausrufe, wenn etwas nicht klappte.
"Ich bin sehr zufrieden mit dem ersten Angebot, das wir hier schaffen konnten", äußerte sich Stefan Höge gut gelaunt. Er hatte diesen 1. Offenen Treff für Menschen mit und ohne Behinderung oder psychische Erkrankung gemeinsam mit seiner Kollegin Christiane Reine vorbereitet.
"Das erste Ziel haben wir erreicht: Wir wollten die Menschen ins Mehrgenerationenhaus holen, damit sie hier einen Ort finden, an dem sie sich auch außerhalb ihres sonstigen sozialen Umfeldes treffen können. Außerdem wollten wir ihnen die Möglichkeit geben, sich untereinander kennen zu lernen. Das haben wir durch das Medium spiel erreicht. Hier mischt sich alles bunt durcheinander."
Fast alle gäste sind Klienten des ambulanten Wohnens und kennen einander daher nicht unbedingt. Zu diesem Offenen Treff waren einige noch mit ihren Betreuern gekommen, denn eine neue Umgebung verunsichert oft zunächst. "Unser Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen bald wissen, dass hier ein Anlaufpunkt für sie ist und dass sie sich dann auch ohne ihre Betreuer zu uns auf den Weg machen", erklärte Höge die Zielsetzung der Einrichtung. "Schön wäre es natürlich auch noch, wenn irgendwann auch Menschen ohne Behinderungen oder Erkrankungen dazukommen würden."
Die Anwesenden fühlten sich jedenfalls sichtlich wohl in der ungezwungenen Atmosphäre, bei Kaffe, Kuchen und Spielen. "Ich finde den Offenen Treff wirklich eine gute Idee. Ich begleite meine Schwester Maria, weil ich davon in der Zeitung gelesen hatte, und uns gefällt es hier sehr gut", berichtete Martha Laarmann.
Auch Udo von Wedelstädt, der gemeinsam mit seiner Frau gekommen war, fühlt sich hier wohl: "Das kann man ruhig öfter mal machen!"
Neben der Einrichtung des Offenen Treffs, die einmal im Monat stattfinden soll, bietet Stefan Höge auch eine Beratungsstunde einmal wöchentlich donnerstags von 12:30 Uhr bis 14:30 Uhr an.