Austausch von Jung und Alt
Mehrgenerationenhaus in Lingen eröffnet/"Ein offener Ort"
Quelle: Der Ems-Report vom 28. Februar 2007
Im Beisein des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfamilienministerium, Dr. Hermann Kues, wurde jetzt das Mehrgenerationenhaus in Lingen, Mühlentorstraße 21-23, seiner Bestimmung übergeben.
Anlässlich eines kleinen Festaktes wurde auf grundsätzliche Dinge einer solchen Einrichtung hingewiesen, wie sie sich auch in Lingen entwickeln sollen.
Demnach bietet ein Mehrgenerationenhaus für Menschen verschiedenen Lebensalters Raum, sich ungezwungen zu begegnen und von den jeweiligen Kompetenzen der Anderen zu profitieren. Es ist ein offener Ort, an dem gegenseitiger Austausch von Jung und Alt und Unterstützung von Familien neu gelebt wird. Es vernetzt Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen in der Region und wird so zu einer lokalen Drehscheibe auch für haushaltsnahe Dienstleistungen. Es entsteht schließlich ein Generationen übergreifendes Netzwerk, in das sich jeder und jede mit den persönlichen Fähigkeiten einbringen kann.
An diesem "bunten Marktplatz von Dienstleistungen um das Mehrgenerationenhaus herum" beteiligen sich Schulen, Vereine, Bibliotheken, Feuerwehren und andere kommunale Einrichtungen. "Wir schaffen ein neues und lebendiges Miteinander der Generationen", merkte Dr. Kues in seiner Festrede an. Mit den Mehrgenerationenhäusern lege man dafür den Grundstein. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt will der Bund nach seinen Aussagen ein derartiges Haus etablieren. "Es entstehen somit insgesamt 439 bunte Marktplätze haushaltsnaher Dienstleistungen, die Menschen aller Generationen im alltäglichen Leben helfen", so der Staatssekretär. "Die Häuser knüpfen regionale Netze, von denen alle profitieren: Kinder, Ältere, Familien, Unternehmen, die Region und das Land.
Das Mehrgenerationenhaus Lingen ist aus der Zusammenarbeit von vier Trägern entstanden: dem St. Bonifatius-Hospital e. V., dem Christophorus-Werk Lingen e. V., der Katholischen Erwachsenenbildung Lingen e. V. und dem Sozialdienst katholischer Frauen Lingen e. V. (SkF). Dr. Kues begrüßt es sehr, dass die einzelnen Träger ihre Kräfte bündeln. So kämen vielfältige Kompetenzen zusammen, wie man sie sich für eine solche Einrichtung wünsche. "Durch die Einbeziehung aller Generationen entsteht hier etwas, was die Gesellschaft erst zum Leben erweckt: Gemeinschaft." Der Staatssekretär verglich die neue Einrichtung mit einem "sozialen Bienenstock", in dem Honig in Form von Zuwendung, Familien ähnlichen Strukturen und einer guten Aufgabenverteilung produziert würden.
Das Aktionsprogramm garantiert jedem der 439 Häuser die bis Ende 2007 bundesweit eingerichtet werden sollen, über einen Zeitraum von fünf Jahren ein jährliche Bundesförderung von 40.000 Euro.
Oberbürgermeister Heiner Pott hat nach eigenem Bekunden sehr gerne die Patenschaft für das Mehrgenerationenhaus übernommen, weil hier innerhalb kürzester Zeit aufgrund der schnellen Einigung der Träger etwas Modellhaftes entstanden sei. Die Stadt könne sich überhaupt glücklich schätzen, eine sehr gute Trägerstruktur in ihren Mauern vorzufinden. Weil sich das Familienbild in den vergangenen Jahren verändert habe, seien eben neue Formen des Zusammenlebens nötig. Das Mehrgenerationenhaus schlage Brücken zu den Generationen ebenso wie zu vielen Problemfeldern, die Kooperation zwischen den Trägern insgesamt müsse nun noch intensiviert werden, der Anfang jedenfalls wäre schon einmal gut gelungen.
Kreisrat Dr. Bernd Kuckuck fügte in seinem Grußwort an, dass sonst eigentlich mehrere Köche den Brei verderben würden. in diesem Falle sei jedoch die Zusammenarbeit der vier Träger lobenswert und gut, und man dürfe sich "weitere leckere Rezepte" aus diesem Hause wünschen.
Silke Jansmann, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, fügte hinzu: "Jeder Mensch, der unser Haus besucht, egal ob alt oder jung, bereichert unsere Arbeit mit seinen Erfahrungen und seinem Wissen. Mit unseren Angeboten wollen wir die Lebensqualität von Menschen in Lingen verbessern.
Wir wollen zukünftig junge Eltern unterstützen, Beruf und Familie zu vereinbaren. Ältere Menschen sollten bei uns erleben, wieder gebraucht und geschätzt zu werden."
Den musikalischen Rahmen gestalteten ganz vorzüglich die Künstler Elisabeth Groth, Querflöte und KMD Jochen Diedrichs, Klavier.