"Wir verbinden Menschen"
Offizieller Start: Vier katholische Häuser tragen gemeinsam Mehrgenerationenhaus in Lingen
Quelle: Kirchenbote vom 18. Februar 2007
Das Mehrgenerationenhaus in Lingen wird in das Aktionsprogramm des Bundes aufgenommen. In der nächsten Woche besucht Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, mit Oberbürgermeister Heiner Pott deshalb das Gebäude.
Mehrgenerationenhäuser wollen die Kommunikation zwischen verschiedenen Altersgruppen fördern und familiäre Strukturen unterstützen. Und besonders dort, wo solche weggebrochen sind, Ersatz anbieten. Die ersten Angebote dazu macht das Mehrgenerationenhaus, das vorerst auf einer Etage an der Lingener Mühlentorstraße 21 - 23 untergebracht ist, schon seit einigen Wochen. Die 38-jährige Sozialpädagogin Silke Jansmann leitet die Einrichtung. Vier katholische Häuser haben gemeinsam die Trägerschaft übernommen: das St. Bonifatius Hospital, das Christophorus-Werk Lingen e. V., die Katholische Erwachsenenbildung Lingen und der Sozialdienst katholischer Frauen Lingen.
Die verschiedenen Träger kennzeichnen laut Jansmann das besondere Profil des Lingener Mehrgenerationenhauses. "Wir möchten Menschen verbinden, eine Plattform und Treffpunkt sein: für Kinder und Männer, für Familien und Senioren." Wobei die Sozialpädagogin den Familienbegriff nicht nur "im klassischen Sinne" verstanden wissen möchte: "Hier kann man seine Wahlfamilie finden." Wer ins Mehrgenerationenhaus kommen darf, möchte die 38-jährige nicht eingrenzen. Das könnten zum Beispiel ältere Leute sein, die nur mal Kaffee trinken wollen. Oder Schüler, die Senioren kennenlernen und vielleicht ihre Geschichten hören wollen. "Diesen Vorteil unterschiedlicher Generationen kann man genießen."
Bisher läuft in der Einrichtung jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr ein Café als "offener Treff" für jeden Interessierten. Bald startet freitags ein Frühstück für Eltern. Geplant sind Großelternnachmittage, Familienpatenschaften und Senioren-Kinder-Vorlesestunden. Langfristig angedacht sind Angebote zur beruflichen Rehabilitation und Behindertenhilfe, zur Familienbildung und sozialen Beratung. Dazu sucht die Lingener Einrichtung laut Silke Jansmann Kooperationspartner und will sich mit anderen Häusern abstimmen.
Das Mehrgenerationenhaus in Lingen hat derzeit dienstags und donnerstags von 08:30 bis 12:30 Uhr Bürozeit, Telefon: 0591 9101880
Zur Sache
Der Bund fördert in seinem Aktionsprogramm 439 Mehrgenerationenhäuser - eines in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt. Das sollen 439 Anlaufstellen sein, in denen sich Menschen jedes Lebensalters begegnen: wo ältere Menschen eine Aufgabe finden, wo Familien Hilfe erfahren und Menschen für den Einstieg in den Beruf qualifiziert werden können. Infos: www.mehrgenerationenhaeuser.de