"Bei uns sind alle willkommen"
Silke Jansmann ist die Leiterin des Mehrgenerationenhauses in Lingen - Konzept vorgestellt
Quelle: Lingener Tagespost vom 17. Februar 2007
"Wir stecken zwar noch in den Kinderschuhen, aber wir wollen auf Dauer das Bild einer Großfamilie in die moderne Gesellschaft übertragen." Die Rede ist von dem neuen Mehrgenerationenhaus in Lingen, dass nun mit Silke Jansmann, auch nach außen hin, ein Gesicht bekommen hat.
Die 38-Jährige, seit dem 1. Januar mit der Koordination der Aufgaben in diesem Haus betraut, stellt jetzt den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses der Stadt Lingen ihr Konzept vor.
"Bei uns sind alle willkommen: Sei es die werdende Mutter, die noch nicht weiß, wie man ein Kind richtig wickelt, der Senior, der sich gerne sozial engagieren möchte, oder Menschen, die sich nur ganz einfach in einem offenen Treff austauschen möchten", erläuterte Frau Jansmann.
"Weiter in Planung befindet sich eine Babysitter-Ausbildung, die sicherlich junge Mädchen ansprechen wird", ist sich die Leiterin des Mehrgenerationenhauses sicher. Dahinter steht die Idee, im Bedarfsfall auf eine Kartei zurückgreifen zu können, um Eltern auch mal einen Abend ohne ihre Kinder zu ermöglichen.
"Daneben wollen wir die bereits bestehenden Netzwerke der Träger des Mehrgenerationenhauses, wie dem Christophorus-Werk, der KEB Lingen, der SkF-Lingen und dem St.-Bonifatius-Hospital, weiter miteinander verzahnen und natürlich neue hinzugewinnen", betonte Frau Jansmann.
Wichtig sei es zudem zu wissen, dass man bereits bestehende Einrichtungen nicht ersetzen, sondern ergänzen wolle. "Wir dürfen nicht gegeneinander handeln, sondern das Miteinander steht im Mittelpunkt", erläuterte die 38-Jährige.
Bereits gestern Vormittag nahmen fünf junge Mütter die Gelegenheit wahr, zum Frühstück in das Mehrgenerationenhaus zu kommen, um sich miteinander auszutauschen. "Was uns noch fehlt, ist ein wenig Spielzeug", kommentierte Frau Jansmann bedauernd die suchenden Blicke der kleinen Besucher.
Die Öffnungszeiten des Mehrgenerationenhauses: dienstags und donnerstags von 8.30 bis 12.30 Uhr, mittwochs von 15 bis 17 Uhr und freitags von 9-12 Uhr. Telefonisch ist das Haus in der Mühlentorstraße 21-23 unter 0591/9101880 und via Internet unter mehrgenerationenhaus@bonifatius-lingen.de zu erreichen.
Was ist ein Mehrgenerationenhaus?
Mehrgenerationenhäuser sollen Räume eröffnen, die den Zusammenhalt der Generationen festigen. Mit den sich verändernden Familienstrukturen schwinden früher selbstverständliche Begegenungen der Generationen. Damit geht nicht nur die Weitergabe von Erziehungswissen und Alltagskompetenz verloren, sondern ungenutzt bleibt auch die Erfahrung und Hilfe der älteren für die mittlere und jüngere Generation.
Geplant ist, dass sich die Häuser zu Drehscheiben verschiedenster Dienstleistungen entwickeln: Angefangen vom Wäscheservice oder Computerkurs (in Lingen fehlen noch PCs) über die Leihoma bis hin zum Mittagstisch für Schulkinder und zur Krabbelgruppe. Damit kann ein generationsübergreifendes Netzwerk entstehen, in das sich jede oder jedermit seinen ganz persönlichen Fähigkeiten einbringen kann.
Zusammenfassend wird seitens der Träger ein Ziel verfolgt: 1. Die Förderung des Miteinanders und die gegenseitige Unterstützung der Generationen. 2. Das Etablieren eines lokalen Marktes für Dienstleistungen, die wirklich gebraucht werden