HOMEÜBER UNSAktuellesSERVICESTELLENMARKTSITEMAPIMPRESSUM
ÜBER UNS
Ihr Weg zu uns
Unser Namenspatron
Pressemitteilungen
AKTUELLES
Aktuelles
Er hat sich nicht abstempeln lassen
Berufschancen Sonderschüler Julian Poelker schaffte mit Auszeichnung den Sprung ins Er-werbsleben
Quelle: General-Anzeiger vom 18.09.2006
Als Tischlergeselle stattet der Rhauderfehner derzeit Kabinen eines Kreuzfahrtschiffes auf der Meyer-Werft aus.

In der Grundschule hatte er Lernschwierigkeiten. Das war der Grund, weshalb sich die Eltern von Julian Poelker entschieden, ihren Sohn auf die Sonderschule zu schicken. Oft mussten sie sich danach anhören, dass er es im Leben dann sowieso zu nichts mehr bringen werde. Ein Irrtum: Der heute 18 Jahre alte Rhauderfehner hat seinen Gesellenbrief in der Tasche, hat seine Tischlerausbildung sogar mit einer Auszeichnung bestanden. Nun stattet er, als Ange-stellter der Dienstleistungsfirma „Punkt“ aus Oldenburg und von dieser weitervermittelt, Crew-Kabinen des neuen AIDA-Kreuzfahrtschiffes auf der Papenburger Meyer-Werft aus.
„Ich bin schon ein bisschen stolz auf mich“, sagt der junge Mann. „Und es bedeutet mir sehr viel, dass ich es bis hierher geschafft habe.“
Bereits um 6 Uhr morgens beginnt sein Arbeitstag. Auf dem Kreuzfahrer darf er dann das tun, was er am liebsten mag: mit Holz arbeiten. „Ich und meine Kollegen sind für das Mobi-liar in den Kabinen der Besatzung verantwortlich. Das ist oft Millimeterarbeit“, erzählt Julian Poelker. Doch das ist kein Problem für ihn. Präzisionsarbeit hat er bereits mit seinem Gesel-lenstück, dass im Juli von der Tischlerinnung Lingen bewertet wurde, abgeliefert. Für seine Kommode erhielt er den ersten Platz beim Innungspreis „Die gute Form“.
Zuvor hatte er drei Jahre lang eine Tischlerausbildung im Berufsbildungswerk Lingen absol-viert. Im Rahmen dieser Ausbildung besuchte er die Berufsbildenden Schulen Lingen. „In der Zeit wohnte ich im Internat“, erzählt der junge Fehntjer. „Wir wohnten in Gruppen und mussten auch lernen, unseren Tagesablauf eigenverantwortlich zu gestalten.“ Zwei Betreuer halfen ihnen dabei. „Ich haben mich voll reingekniet in die Arbeit. Nur in Mathe brauchte ich noch eine Förderung“, so Poelker. Am 21. Juli wurde er freigesprochen und erhielt seinen Gesellenbrief. Nur drei Tage später fing er bei der Oldenburger Dienstleistungsfirma an, die ihn fortan als Tischler an andere Firmen vermittelt. „Er macht sich hier sehr gut“, bestätigt Rudolf Wichmann von „Punkt“. „Auch mit seinen Kollegen kommt er gut aus.“ Und der ehemalige Sonderschüler und jetzige Tischlergeselle Julian Poelker hofft, dass er noch lange auf Kreuzfahrtschiffen arbeiten darf.