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Kues: Bedarfsgerechte Betreuung wichtig
Lernbehinderung: Gespräch im Christophorus-Werk
Quelle: Lingener Tagespost vom 21. Dezember 2006
Lingen/Hannover. Wer ist lernbehindert und sollte im Berufsbildungswerk Lingen ausgebildet werden? Zu dieser Frage gab es in letzter Zeit Diskussionen zwischen betroffenen Eltern, Vertretern des Christophorus-Werks und der Arbeitsverwaltung.


Aus diesem Anlass traf sich der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Hermann Kues mit Vertretern der Regionaldirektion Hannover und der Geschäftsführung des Christophorus-Werkes in Lingen. Dazu gehörten Holger Waldmann (Geschäftsführer Christophorus-Werk), Klaus Stietenroth (Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen der Bundesagentur für Arbeit), Georg Kruse (Geschäftsführer Christophorus-Werk), Dr. Götz von Einem (Geschäftsführer Operativ der Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen), Klaus van Kampen (Leiter Berufsbildungswerk Lingen) und Manfred Gardemann (Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen).


Im Mittelpunkt des Treffens, das im Christophorus-Werk stattfand, stand die Frage, ob die Kriterien, nach denen die lernbehinderten Jugendlichen für eine Betreuung im Berufsbildungswerk eingestuft werden, transparent und flexibel genug sind. Die Einstufung durch die Arbeitsagentur ist deswegen wichtig, weil sie über die Intensität der Betreuung und damit über die betreuende Einrichtung entscheidet.


"Es ist wichtig, dass die behinderten Jugendlichen eine bedarfsgerechte Betreuung bekommen", fordert daher Dr. Hermann Kues in der Gesprächsrunde. Außerdem könne es nicht sein, dass eine jahrelang bewährte und betriebswirtschaftlich günstige Einrichtung wie das Christophorus-Werk plötzlich nicht mehr in vollem Umfang gebraucht würde, so Kues weiter. Der Geschäftsführer des Christophorus-Werkes, Georg Kruse, hatte bedauert, dass nicht alle Plätze für die Behinderten besetzt worden seien.


Im Hinblick auf den steigenden Preisdruck erinnerte Kues an die soziale Komponente des Berufsbildungswerkes: "Alle Menschen, ob lernschwach oder nicht, sollen die gleichen Chancen im Leben haben. Ich warne vor einem Billigwettbewerb in diesem Sektor", so Dr. Kues weiter.


Klaus Stietenroth, Geschäftsführer der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Hannover, betonte den hohen Stellenwert der Berufsbildungswerke für behinderte Jugendliche, und sagte eine sorgfältige Prüfung des Verfahrens für den Zugang Behinderter zur beruflichen Bildung zu. Nach Abschluss der Prüfung soll das weitere Vorgehen festgelegt werden.


Zum Berufsbildungswerk in Lingen merkte Stietenroth nach einem Rundgang durch die Werkstätten an, er habe sich von der guten Arbeit überzeugen können.