Biblische Personen und die Gegenwart
Ausstellung in Lingen wird Samstag eröffnet
Quelle: Lingener Tagespost vom 15. November 2006
Am kommenden Samstag, 18. November, wird um 16 Uhr in der Kirche Maria Königin in Lingen die Ausstellung "Der Mensch vor Gottes Angesicht" eröffnet. Es handelt sich dabei um Ergebnisse eines Projektes des Dekanatsjugendbüros Lingen in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Jugendbüro.
Zur Eröffnung zeigt die Gruppe "KIT B. & JFK" unter der Leitung der Theaterpädagogin Swantje Ahrens eine Theaterinszenierung zum Thema Entscheidungen.
"Das Projekt ist in das Konzept Jugendkirche eingebunden", erklärt Dekanatsjugendreferent Holger Berentzen. "Die Idee war, biblische Personen mit der Lebenswelt junger Menschen zusammenzubringen", führt Berentzen in diesem Zusammenhang aus.
Dahinter stecke der Gedanke, jungen Menschen deutlich zu machen, "dass die Bibel kein verstaubtes Buch ist, sondern mit dem Heute viel zu tun hat und viele Bezüge zu dem Leben junger Menschen hat", erläutert der Dekanatsjugendreferent.
Die Projektteilnehmer sollten eine Figur aus der Bibel für sich finden, ihre Biografie schreiben, überlegen, was die Person mit ihnen zu tun hat, und eine konkrete plastische Darstellung gestalten.
Fünf Gruppen beteiligen sich an dem Projekt. Die Marienschule beschäftigt sich mit Maria und die Fachschule St. Franziskus mit David. Das Dekanatsjugendteam hat sich Stephanus vorgenommen, die evangelischen Jugendlichen haben den weniger bekannten Bileam aus dem Alten Testament für sich entdeckt, und eine Freizeitgruppe des Familienentlastenden Dienstes des Lingener Christophorus-Werkes hat sich den blinden Bartimäus vorgenommen.
Die zehn jungen Menschen, die in der Werkstatt des Christophorus-Werkes arbeiten, haben sich mit der Frage beschäftigt, was wäre, wenn Jesus zu ihnen käme und sie von ihrer Behinderung befreien würde. Auf einer Tapetenbahn haben sie ihre Gedanken dazu aufgeschrieben. "Ich weiß nicht, wie ich das finden würde. Großartig, wenn es das geben würde", meine Andreas. Steffi fände das gar nicht so gut: "Ich habe Angst, was danach passieren könnte, wenn plötzlich alles anders wäre."
"Mit den einzelnen Zitaten hat sich die Gruppe sehr lange beschäftigt", erzählt Grupppenleiterin Christine Brockhaus. Sie hätte lieber eine biblische Figur gewählt, die nicht dem Klischee der Randfigur entspricht, aber die Gruppe hat sich auf Philipps Vorschlag für den Blinden entschieden. Alle kennen das Gefühl der Ausgrenzung und konnten sich mit dieser Figur identifizieren. Nachdem sich alle mit dem Thema schriftlich auseinander gesetzt hatten, haben sie Gipsmasken angefertigt. Damit zeigen sie, dass jeder Mensch anders ist. Die Masken sind aber auch ein Symbol für die Behinderung, denn man kann dahinter kaum oder gar nichts sehen und nur schwer atmen.