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"Jugendliche müssen Platz in der Gesellschaft finden"
Staatssekretärin Hawighorst war bei den Mitgliedern des Diözesan-Caritasverband zu Gast
Quelle: Grafschafter Nachrichten vom 10. Oktober 2006
"Die junge Generation will von den Älteren mitgenommen werden, wenn es in die Zukunft geht!" Unter der Überschrift "Generationsübergreifende Gerechtigkeit" ließ Staatssekretärin Christine Hawighorst diesem Appell ein ganzes Bündel von Herausforderungen folgen. Die Staatssekretärin im niedersächsischen Sozialministerium und frühere Sozialdezernentin des Kreises Emsland formulierte ihre Botschaften vor den Mitgliedern des Diözesan-Caritasverbandes, die sich zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung im Christophorus-Werk Lingen trafen.


Hawighorst betonte, dass in einer Gesellschaft, die immer älter wird, Jugendliche einen Platz finden müssten, damit die Gerechtigkeit zwischen den Generationen gewahrt bleibe. Bei der Frage nach dem "Wie" kommen als erstes die Themen "Familie" und "Bildung" in den Blick der Staatssekretärin: "Wenn wir immer weniger Kinder haben, müssen diese Kinder besser gefördert werden, damit sie optimale Chancen haben."


Insbesondere geht es der Sozialpolitikerin dabei um die Nahtstellen von Schule, Ausbildung und Beruf und die Förderung von schwachen Jugendlichen. Da bereits sehr früh in der Familie Weichen gestellt werden, welche Chancen ein Kind im späteren Leben hat, sei die Unterstützung von Familien ein weiterer wichtiger Punkt, um jungen Menschen eine gute Zukunft zu eröffnen. Die Staatssekretärin betonte, dass die Caritas ein verlässlicher Partner für die Landesregierung sei, wenn es darum gehe, diese und viele weiteren Aufgaben anzunehmen. Zugleich warb Frau Hawighorst darum, dass dies auch in Zukunft so bleibe, damit die großen Herausforderungen gut bewältigt werden können.


Caritasdirektor Josef Heile formulierte mit seinem Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate beinahe eine Antwort auf diese Einladung: Trot immer schwierigerer Rahmenbedingungen hat der Caritasverband für die Diözese Osnabrück e. V. nicht allein eine positive wirtschaftliche Bilanz vorzuweisen. Inhaltlich hat sich der katholische Wohlfahrtsverband im Jahr 2005 nicht nur bestehende Hilfeangebote absichern können, sondern innovative neue Projekte auf den Weg gebracht. Heile betonte, dass der Verband im vergangenen Jahr seine Handlungsfähigkeit auch deshalb bewahren konnte, weil die Mitarbeiter auf ihr Urlaubsgeld und Teile des Weihnachtsgeldes verzichtet haben. Im kommenden Jahr wird die Caritas im Bistum Osnabrück wie auch bundesweit die Aufmerksamkeit auf benachteiligte Kinder und Jugendliche lenken. Unter dem Slogan "Mach Dich stark für starke Kinder" sollen genau die Aspekte in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt werden, die Staatssekretärin Hawighorst benannt hatte.


Bereits zu Beginn der Mitgliederversammlung hatte der Vorsitzende des Caritasverbandes, Weihbischof Theodor Kettmann, auf die 90-jährige Geschichte des Caritasverbandes zurück geblickt, der sich in dieser Zeit immer wieder neuen Herausforderungen gestellt habe.