So viel Unabhängigkeit wie möglich
Für Menschen mit Behinderungen - Bröring besuchte Christophorus-Werk in Lingen
Quelle: Lingener Tagespost vom 7. Juni 2006
Aktuelle Entwicklungen in der beruflichen Rehabilitation und in der Behindertenhilfe boten den Anlass für einen intensiven Arbeitsbesuch von Landrat Hermann Bröring im Christophorus-Werk Lingen.
Georg Kruse, Geschäftsführer des Christophorus-Werkes, unterstrich in seiner Einleitung die Philosophie des Trägers vielfältiger Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderungen.
Ziel sei es, jedem behinderten Menschen so viel Unabhängigkeit und Selbstbestimmung wie möglich zu erhalten oder zukünftig zu realisieren. Dazu werde das Christophorus-Werk seine Angebote konsequent weiterentwickeln und ausbauen.
So werde bereits in naher Zukunft die ambulante Wohnbetreuung mit Angeboten von der Einzelbetreuung in der eigenen Wohnung, über betreute Wohngemeinschaften bis hin zu der Möglichkeit des betreuten Gruppenwohnens, immer entsprechend den Bedürfnissen der betroffenen Menschen, weiter ausgestaltet. Schon im vergangenen Jahr konnte durch diese neue Dienstleistung in vielen Fällen eine stationäre Aufnahme verhindert werden.
Bröring und sein Team konnten sich bei einer Besichtigung des Wohnheims Lingen sowohl von der Notwendigkeit vollstationärer Langzeiteinrichtungen als auch von der guten Qualität der Arbeit, die dort geleistet wird, überzeugen. Hermann-Josef Kaiser, Leiter der Wohnbereiche, stellte dar, welche Entwicklungsressourcen bei den betreuten Menschen vorhanden sind. Durch professionelle und passgenaue Förderung können viele Menschen mit Behinderung zu mehr Lebensqualität und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft geführt werden.
Angebote weiter ausbauen
Einen völlig anderen Schwerpunkt, die berufliche Bildung lernbehinderter junger Menschen, stellte Klaus van Kampen, Leiter des Berufsbildungswerkes, dem Führungsstab des Landkreises Emsland vor. "Das Berufsbildungswerk ist ein überregionales Kompetenzzentrum für Berufsvorbereitung, berufliche Erstausbildung und sonstige berufliche Qualifizierung für Menschen mit Lernbehinderungen und anderen Handicaps", führte van Kampen aus.
Eine besondere Stärke liege in der Begleitung durch Fachdienste und in der umfassenden Möglichkeit zur Berufseignungsdiagnostik. Angebote in sechs Berufsfeldern mit insgesamt 27 verschiedenen Ausbildungsberufen sowie praxisnahe Zusatzqualifikationen halte das Berufsbildungswerk vor.
Landkreis und Christophorus-Werk sehen sich gemeinsam in der Verantwortung, in der beruflichen Rehabilitation und in der Behindertenhilfe auch weiterhin an einem Strang zu ziehen.