Mit vielen Händen gemeinsam anfassen
Menschen mit Behinderung forderten beim Aktionstag in Papenburg Toleranz und Solidarität
Quelle: Kirchenbote vom 14. Mai 2006
Mehr aufeinander zugehen, mehr aufeinander hören, mehr miteinander reden: Das forderten über 1000 Teilnehmer des Aktionstages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in Papenburg.
In drei Gruppen waren Menschen mit und ohne Behinderung aus dem Christophorus-Werk Lingen, dem St.-Vitus-Werk Meppen und dem St.-Lukas-Heim Papenburg zu ihrem Sternmarsch durch die Papenburger Innenstadt gestartet. Mit Plakaten und durch direkte Ansprache machten sie auf ihre Anliegen aufmerksam. "Ich freue mich genau wie Du", hieß es da oder "Ich bin auch im Schützenverein".
Auf dem Mühlenplatz trafen sich die Teilnehmer zu ihrer alljährlichen Kundgebung am europaweiten Tag der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, die dieses Mal vom St.-Lukas-heim organisiert wurde. Angehörige, Behinderte und Redner wie Landrat hermann Bröring und Pfarrer Gerrit Weusthof forderten dabei Solidarität und Toleranz ein. Immer noch werde viel zu viel auf das "Anderssein" von Menschen geblickt, hieß es. Und Menschen mit Behinderung wollten in der Öffentlichkeit so akzeptiert werden wie sie sind.
"Wir haben die Veranstaltung anders gestaltet als bisher, weil Menschen mit Behinderung visuell und durch Mitmachen aufnehmen", wies Anneliese Huntemann von der Werkstatt Börger auf mehrere Aktionen hin. Neben der Bühne konnten die Gäste einen Rollstuhlparcours durchfahren, ihre Hände auf Papier drucken und so das Motto des Tages "Gemeinsam anfassen" veranschaulichen. Christa Bruns und Stefanie Lenger brachten das Kunststück fertig, alle Teilnehmer zu einem Lied mitzureißen.