Das Internet ohne Hürden
Stefan Kerk hat für das Christophorus-Werk in Lingen eine barrierefreie Homepage entwickelt
Quelle: Kirchenbote vom 19. Februar 2006
Von Elisabeth Tondera
Lingen. Die Homepage des Christophorus-Werk in Lingen ist sehr schlicht. Wer bunte Bilder oder Animationen erwartet, wird enttäuscht sein. Dafür ist der Aufbau der Seite klar, und die Informationen sind leicht zugänglich.
"Wir haben unsere Internetseite bewusst so einfach gestaltet, damit auch Menschen mit Behinderungen sie nutzen können", sagt Stefan Kerk, Leiter EDV und Qualitätsmanagement. "Damit erfüllen wir die Maßstäbe einer barrierefreien Homepage." Dabei geht es nach seinen Worten nunächst darum, Grenzen abzubauen, die Behinderte davon abhalten, das Internet zu nutzen. "Das fängt mit der Schriftgröße an und hört mit akustischen Signalen auf."
Was muss bei der Gestaltung einer barrierefreien Homepage beachtet werden? Wichtig ist, dass alle Informationen in Textform dargestellt, dass kontrastreiche Farben genutzt und Bilder mit Text unterlegt werden. Zudem müssen Texte und Graphiken auch dann nachvollziehbar sein, wenn sie ohne Farbe betrachtet werden. Und sprachliche Abkürzungen müssen verständlich sein.
Der Gedanke der Barrierefreiheit ergibt sich für Kerk aus dem Anspruch des Grundgesetzes, wonach niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Menschen mit Behinderungen sollten die Möglichkeit haben, uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. So seien öffentliche Anbieter von Internetseiten verpflichtet, eine barrierefreie Nutzung zu ermöglichen. "Das Christophorus-Werk ist davon zwar nicht direkt betroffen, aber es ist für uns selbstverständlich, dass wir als eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen diese als Internetnutzer nicht ausschließen", sagt Stefan Kerk. Gerade diese Gruppe sollte ohne Probleme auf die Seite des Christophorus-Werk kommen.
Eine barrierefreie Homepage einzurichten ist, nach Auskunft des EDV-Fachmannes nicht schwierig. Man müsse auf "technischen Schnickschnack" verzichten. Die Homepage muss nicht nur optisch sondern auch sprachlich einfach gestaltet werden. "Das ist eine Herausforderung, denn wir müssen uns ständig bemühen, die Texte so verständlich wie möglich zu gestalteten."
Kerk gibt zwar zu, dass solch eine Seite für Internetfreaks etwas langweilig sei. Aber sie biete mehr Informationen und mann könne sich leichter zurechtfinden. "Und da finde ich, dass weniger eher mehr ist, so dass der Verzicht gar nicht schwer fällt. Eigentlich sind die Anforderungen an die Barrierefreiheit nicht nur für Menschen mit Behinderungen sinnvoll, sondern für alle Nutzer im Internet."
www.christophorus-werk.de