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Werke von Behinderten bringen Licht und Farbe
Ausstellung im Rathaus - Kooperation mit Kunstschule
Quelle: Lingener Tagespost vom 29. November 2005
"Es ist die Aufgabe des Künstlers, Licht in die Tiefe des Herzens zu bringen". Mit diesem Zitat nach Robert Schumann umschrieb Hans-Peter Schmidt das Wirken der Künstler, die im Rahmen der Kooperationsarbeit zwischen dem Lingener Christophoruswerk und der Kunstschule im Neuen Rathaus während der Adventszeit ihre Werke ausstellen. Doch die jungen behinderten Menschen bringen mit ihren Werken nicht nur Licht, sondern auch viel Farbe in die Herzen der Ausstellungsbesucher.


Kooperationskurse zwischen den Lingener Institutionen gibt es mittlerweile seit über 20 Jahren, und das mit großem Erfolg. Die diesjährige Ausstellung zeigt Bildobjekte und andere Arbeiten aus diesen Kursen, teilweise geschaffen während eines Projekttages in der Kunsthalle Lingen, der von der Lingener Bürgerstiftung mitfinanziert worden war.


Inspiriert durch die Ausstellung "Inneres Leuchten" in der Kunsthalle schufen die jungen behinderten Erwachsenen mit Anleitung durch das Dozentinnenteam Lisa Gaide, Sabine Liese und Hannelore Lühn Kunstwerke zum Thema "An Farbe satt sehen oder kann man sich an Farbe satt essen".


Den Besuchern des Rathauses erwartet in der kommenden Zeit eine farbenfrohe Installation von Matratzen in einem Meer von Federn oder in den oberen Stockwerken farblich teilweise fast poetisch zarte Arbeiten mit Kissen.


Erste Bürgermeisterin Ursula Ramelow lud alle Anwesenden ein zum Betrachten, zum Entwickeln von Fantasie oder dazu, sich an den Farben satt zu sehen. Sie bedankte sich für die gute Zusammenarbeit zwischen Christophoruswerk und Kunstschule, die bewundernswert sei. "In dieser Kooperation können junge Erwachsene ihre Kreativität zeigen.


Trotz ihrer Behinderung sind sie vielseitig begabt, für jede und jeden von ihnen ist die künstlerische kreative Betätigung eine wichtige Möglichkeit, eigene Empfindungen zum Ausdruck zu bringen." Über den Weg der hier geschaffenen kreativen Bildobjekte laden sie die Anwesenden zum Dialog ein.


Auch Georg Kruse brachte als Direktor des Christophoruswerks seine Freude über die gelungene Zusammenarbeit seit den 80er Jahren zum Ausdruck, die für seine Institution sehr wichtig sei. "Ich habe einen Traum: Behinderte Menschen sollten am öffentlichen Leben teilnehmen können, ohne dass es etwas Besonderes ist." Damit nicht gleich auf den ersten Blick erkennbar sei, dass es sich bei der hier ausstellenden Gruppe von Künstlern um behinderte Menschen handele, regte er eine Namensgebung für die seit Anfang der 90er Jahre zusammen aktive Gruppe an. Zusätzlich könnte er sich gut vorstellen, einige der Werke in der Zukunft für die Öffentlichkeitsarbeit des Christophoruswerks zu nutzen, betonte Georg Kruse.


Auch Christel Grundewaldt-Rohde zeigte sich als Leiterin der Kunstschule Lingen begeistert über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Christophoruswerk und den hohen Stellenwert, den die Kunst bei diesen jungen behinderten Menschen einnehme.


Eine solch intensive Auseinandersetzung mit der Kunst könne man sich bei den meisten nichtbehinderten Menschen nur wünschen, sagte die Leiterin.