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Weitgehend selbstbestimmtes Leben
Neues Angebot des Christophorus-Werkes: Ambulantes und betreutes Wohnen
Quelle: Lingener Tagespost vom 20. Oktober 2005
"Mit unserem neuen ambulant betreuten Wohnangebot bieten wir erwachsenen Menschen mit einer gestigen oder seelischen Behinderung die Möglichkeit, ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen, ohne dabei auf die notwendige Assistenz durch unsere pädagogischen Mitarbeiter verzichten zu müssen", erklärt Hermann-Josef Kaiser, Leiter der Wohnheime im Christophorus-Werk. "Damit folgen wir auch den aktuellen sozialpolitischen Entwicklungen sowie gesetzlichen Vorgaben."


Bereits seit dem 1. April dieses Jahres können Menschen mit Handicap außerhalb der Einrichtung in ganz normal angemieteten Wohnungen soweit wie möglich selbständig leben.


Die pädagogischen Mitarbeiter des Christophorus-Werkes unterstützen sie dabei, indem sie wöchentlich je nach Bedarf ein abgestimmtes Zeitkontingent für die Behinderten da sind.


"Die Hilfe reicht von der Unterstützung bei der Wohnungssuche bis hin zur Hilfe in Konflikt- und Krisensituationen", erklärt Kaiser. "Wichtig ist allerdings, dass die Menschen ansonsten ihren Alltag weitgehend alleine bewältigen können. Damit ergänzen wir unser differenziertes Wohnangebot mit mehreren Wohnheimen und Außenwohngruppen."


Nach seinen Worten haben inzwischen zwölf erwachsenen Menschen mit Behinderung das Angebot wahrgenommen und sind in ihre eigenen vier Wände eingezogen. "Um herauszufinden, ob das ambulant betreute Angebot überhaupt in Frage kommt, setzen sich zunächst die Mitarbeiter des Christophorus-Werks sowie die zuständigen Kollegen vom Landkreis als Kostenträger mit den Interessierten oder deren gesetzlichen Vertretern zusammen. Wenn alle gemeinsam zu dem Schluss kommen, dass eine individuells Leben in einer eigenen Wohnung funktionieren wird, kann der Umzug in Angriff genommen werden", erklärt Kaiser das Verfahren.


"Wichtig ist, dass die Betroffenen wissen, dass sie sich jederzeit auf unseren Rückhalt verlassen können und sie auch gegebenenfalls wieder in eine Außenwohngruppe oder ein Wohnheim übersiedeln können, wenn es gravierende Probleme gibt. Durch unser Verbundsystem aus unterschiedlichen Wohnangeboten können wir schnell und unbürokratisch auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmte Lösung anbieten."


Nach den Worten von Stefan Höge, Leiter ambulante Wohnbetreuung beim Christophorus-Werk, ist dies auch bei zeitlich begrenzten Krisensituationen wie einer plötzlich auftretenden Krankheit denkbar. "Dann ziehen die Menschen zunächst einmal in ein Wohnheim und gehen in ihre eigenen Wohnung zurück, sobald dies wieder möglich ist."


Auf jeden Fall seien die Mitarbeiter 24 STunden am Tag erreichbar und sorgten für schnelle Hilfe. "Außerdem können die Menschen jederzeit an dem breiten Angebot des Christophorus-Werks zum Beispiel im Freizeitbreich teilnehmen, so dass sie ihre alten Kontakte behalten und neue Freundschaften aufbauen können."


Neben den Bewohnern der Wohnheime und Außenwohngruppen im Christophorus-Werk können auch Menschen, die noch in ihren Familien leben, das ambulant betreute Wohnen in Anspruch nehmen.


Interessierte können sich entweder an den Sozialpsychiatrischen Dienst des Landkreises oder an das Christophorus-Werk wenden: Hermann-Josef Kaiser, Tel. 0591/9142-730 oder Stefan Höge, Tel. 0591/71006-33.