"In deinem Haus bin ich geborgen"
Lingener Christophorus-Werk feierte 40-jähriges Bestehen mit großem Fest
Quelle: Lingener Tagespost vom 5. September 2005
"Wir feiern heut ein Fest und kommen hier zusammen, wir feiern heut ein Fest, weil Gott uns alle liebt". So schallte es am vergangenen Freitag aus hunderten von Kehlen durch die Anlagen des Christophorus-Werkes in Lingen. Anlass war ein ökumenischer Gottesdienst zum 40-jährigen Bestehen der Einrichtung. Verbunden mit dem Jubiläum fand ein großes Fest auf dem gesamten Gelände an der Hohenfeldstraße mit zahlreichen Mitmachmöglichkeiten statt.
Gemeinsam mit Pfarrer Franz-Bernhard Lanvermeyer und Pastor Gernot Wilke-Evert begann der Tag mit dem Gottesdienst, der weitestgehend von den Behinderten selber gestaltet wurde. Die Schola des Christophorus-Werkes, unter der Leitung von Annegret Rüsken, forderte die Teilnehmer immer wieder zum Mitsingen auf.
Unter dem Beifall der Anwesenden, auch viele Eltern waren der Einladung gefolgt, stellten die einzelnen Abteilungen, von den Kindern der Frühförderung bis hin zum familienentlastenden Dienst, ihre Einrichtungen vor. Unter dem Motto: "In deinem Haus bin ich geborgen" wurden selbst gestaltete Hausmotive an einer großen Wand zu einem Puzzle zusammengesetzt.
Die Entwicklung des Christophorus-Werkes Lingen in den letzten 40 Jahren ließ Gründungsmitglied Heinrich Wiegmann Revue passieren. So wurde am 20. Januar 1965 der Verein "Kinderhilfe Lingen e. V. " gegründet. Bis heute entwickelte sich diese gemeinnützige Einrichtung zu einem "Großbetrieb" mit über 1500 Betreuten und 600 Mitarbeitern.
"Wenn die drei heute noch aktiven Gründungsmitglieder Werner Franke, der im Wesentlichen als Gründer anzusehen ist, Klara Begger und ich heute auf das schauen, was aus der damaligen Idee geworden ist, hätten wir vielleicht Angst vor unserer eigenen Courage bekommen", sagte Heinrich Wiegmann zum Abschluss seiner mit viel Applaus bedachten Ausführungen.
Nach dem Gottesdienst waren besonders die Kinder und Jugendlichen nicht mehr zu halten. Eine große Kirmes auf dem Gelände des Christophorus-Werkes lud zum Mitmachen ein. Neben den obligatorischen Hüpfburgen gab es Bungee-Trampolin, Kegelbahn, Kletterwand, Kistenrollbahn, Schokoladenwerfen, Torwandschießen, Negerkusswurfmaschine, Nägeleinschlagen, Kinderschminken, Enten angeln, Dosenwerfen, Kinderkarussell und viele behindertengerechte Mitmachaktionen. Ein Bühnenprogramm und eine Tombola rundeten das Angebot ab. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Orchesterklasse der Gesamtschule Emsland.