"Tischler ist der richtige Beruf"
Jetzt Gesellenprüfung im BBW
Quelle: Lingener Tagespost vom 28. Juli 2005
"Eigentlich wollte ich schom immer Tischler werden", erzählt Peter (Name geändert). Jetzt nach vier Jahren Ausbildung ist der 22-Jährige am Ziel seiner Wünsche angekommen. In diesen Tagen legt er die Gesellenprüfung im Berufsbildungswerk (BBW) des Christophorus-Werks ab.
Los ging es für den jungen Mann nach der Shcule für Lernhilfe mit einem einjährigen Förderlehrgang. "In den zwölf Monaten haben wir alle Berufsfelder vom Maler über Gärtner bis zum Bereich Metall und Holz kennen gelernt", erinnert er sich. Für ihn war schnell zweierlei klar: "Erstens: Gärtner ist absolut nichts für mich. Zweitens: Tischler ist der ichtige Beruf!"
So gefestigt in seiner Wahl fing er die dreijährige Lehre zum Holzbearbeiter an. "Gelernt haben wir weit mehr als nur das Bearbeiten von Holz. Geschult wurden Augenmaß, handwerkliches Geschick und nicht zuletzt der Verstand", meint Peter. Besonders wichtig sei der Bereich Fachzeichnen. "Wer keine Pläne anfertigen und lesen kann, hat schon verloren", erklärt er selbstbewusst.
Dabei findet die Ausbildung im BBW keinesfalls nur in der Werkstatt statt. "Wir haben ganz normale Aufträge, fahren zu den Baustellen und müssen vor Ort ordentlich Arbeit leisten", so der jungen Mann. Der einzige Unterschied zu den normalen Betrieben sei, dass im BBW alles etwas langsamer erklärt und gezeigt werde. "Hier wird jeder individuell gefördert", sagt er.
Dazu hat für Peter in den drei Jahren auch gehört, dass er an einem Deutschförderkurs teilgenommen hat. "Deutsch ist meine große Schwäche. Aber auch hier haben ich mächtig aufgeholt, meint zumindest die Lehrerin", lacht er. Zusätzlich sei er einmal pro Woche in die Berufsschule gegangen. "Dort habe ich am ganz normalen Unterricht teilgenommen und bin auch gut mitgekommen", berichtet der gebürtige Hannoveraner, der während seiner gesamten Ausbildung im angeschlossenen Internat gewohnt hat. Nach seiner Prüfung wird Peter zunächst in der Grafschaft in einer Fahrradwerkstatt anfangen.
Für Michael (Name geändert) kann der Traum einer festen Gesellenstelle im Metallbereich nach seiner Prüfung bereits im August wahr werden. Vorraussetzung ist, dass er den gewünschten Arbeitsplatz bei einem Unternehmen beommt, das Container herstellt. "Ich arbeite gerne mit Metall. Drehen, Fräsen oder Schweißen sind meine Welt", erklärt er. "Im BBW konnte ich in allen Bereichen umfassende Erfahrungen sammeln." Michael hat ohne Schulabschluss die Schule für Lernhilfe verlassen. Im BBW hat er parallel zu seiner Ausbildung den Hauptschulabschluss nachgeholt. Auch seine Lehrzeit hat drei Jahre gedauert.
In diesen Tagen legen 85 junge Männer und Frauen ihre Abschlussprüfung im Berufsbildungswerk (BBW) Lingen ab. Angeboten werden insgesamt 322 Ausbildungsplätze in 30 Berufsbereichen in den Feldern Wirtschaft und Verwaltung, Agrarwirtschaft, Ernährung und Hauswirtschaft, Farbtechnik und Raumgestaltung, Metalltechnik sowie Holztechnik. Ziel der Ausbildung ist neben der Vermittlung der praktischen und theoretischen Voraussetzungen für den jeweiligen Ausbildungsberuf die individuelle Förderung der Persönlichkeit der Jugendlichen, die aufgrund ihrer Lernprobleme oder Rückstände in ihrer psychischen Entwicklung keine Chance auf einen Ausbildungsplatz in der freien Wirtschaft gehabt hätten.
Beteiligt an der ganzheitlichen Betreuung sind neben den Ausbildern Erzieher, Sozialpädagogen und Psychologen. Die jungen Menschen werden durchd ie Agentur für Arbeit an das BBW vermittel. Haupteinzugsgebiet sind neben Niedersachsen das Ruhrgebiet sowie das Münsterland.
Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur sind in Nordhorn Thorsten Weber, Telefon 05921/870-119 oder Elfriede Wittroch Telefon 05921/870-121. infos gibt es auch bei den Kreisverwaltungen in Mepen, Telefon 05931/44-0 oder Grafschaft Bentheim, Telefon 05921/96-01 sowie beim Berufsbildungswerk, Telefon 0591/9142-402 (Frau Hemme).