Möglichst viel Integration
Kues und Hüppe informierten sich über Behinderte
Quelle: Lingener Tagespost vom 30. April 2005
Hubert Hüppe, Beauftragter für die Belange behinderter Menschen in der CDU/CSU-Fraktion des Bundestages, und sein Kollege Dr. Hermann Kues nahmen eine Einladung des Christophorus-Werkes zum Anlass, sich über die verschiedenen Anliegen von Menschen mit Behinderungen zu informieren.
Eindrucksvoll konnte bei der Besichtigung des Wohnheims in Schapen von den Erfolgen der Arbeit in diesem vollstationären Wohnheim des Christophorus-Werkes berichtet werden. Hermann-Josef Kaiser, Gesamtleiter Wohnen, zeigte auf, wie es gelingt, die Bewohner z. B. aus der Psychiatrie mit langzeitigen Klinikaufenthalten in eine doch relativ normale Wohn- und Betreuungssituation zu begleiten. So gehöre die Verrichtung leichter landwirtschaftlicher Tätigkeiten inzwischen genauso zum Lebensalltag der Bewohner wie der Kirchgang oder das Einkaufen in Schapen.
Die Leiterin des Wohnheims, Ruth Grünberg, betonte, man wolle soviel Normalität wie möglich vermitteln. Ein besonderes Lob gelte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ihre nicht immer einfache Aufgabe hervorragend erfüllten.
Hüppe und Kues wurden von einer Bewohnerin in ihr Zimmer eingeladen. Sie konnten sich dabei von der Möglichkeit einer persönlichen Einrichtung mit eigenen Möbeln, Fernseher und Fotos überzeugen. Der Behindertenbeauftragte betonte, wie wichtig es sei, die Förderung und Betreuung nach den individuellen Bedürfnissen auszurichten und so viel Integration wie möglich zu erreichen.
Im Anschluss an die Besichtigung begrüßte der Vorsitzende des Christophorus-Werkes, Werner Franke, die beiden Bundespolitiker zu einem Austausch über aktuelle Fragen der Behindertenpolitik. Gerade Menschen mit Behinderung seien auf die Solidarität der Gesellschaft angewiesen. Hüppe, der sich auch persönlich in vielen Aktionen für die Anliegen behinderter Menschen stark macht, wies aber auch darauf hin, wie schwierig eine zufrieden stellende Politik für Menschen mit Behinderung bei der derzeitigen Kassenlage sei. Georg Kruse, Direktor des Christophorus-Werkes, erläuterte am Beispiel Schapen, dass ein Wohnplatz hier inhaltlich sinnvoller und für die Gesellschaft deutlich kostengünstiger als ein immer wiederkehrender oder dauernder Aufenthalt in einer Klinik sei.