"Leben und Tod nicht fremd bestimmen"
Behindertenbeauftragter in Lingen
Quelle: Lingener Tagespost vom 28. April 2005
Der Begriff Menschenwürde ist nicht von Qualitätsmerkmalen abhängig. Das betonte Hubert Hüppe, Behindertenbeauftrager der CDU/CSU-Fraktion, in einem Referat im Christophoruswerk in Lingen.
In seiner Rede beleuchtete der Referent ethische und soziale Aspekte im Umgang mit Menschen mit Behinderungen. Vehement wandte er sich gegen eine Fremdbestimmung über Leben und Tod. Menschenwürde beinhalte die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben.
Daran hätten sich auch Sparbeschlüsse zu orientieren. Es sei sicher kein Zufall, so der Behindertenbeauftragte, wenn gleichzeitig über Einsparungen und aktive Sterbehilfe geredet werde.
Wie berichtet (siehe Seite Kreis Emsland vom 27. April 2005) hatte sich der Bundestagsabgeordnete zusammen mit anderen Gästen im Berufsbildungswerk des Christophoruswerkes eine Ausstellung zum Thema "Leben in Würde" angeschaut.
Agnes Elsen, Vorsitzende der Angehörigenvertretung des St.-Christophorus-Werkes, überreichte Hüppe ein von den Eltern- und Angehörigenvertretungen des St.-Lukas-Heimes (Papenburg), des St.-Vitus-Werkes (Meppen) und des St.-Christophorus-Werkes unterzeichnetes Schreiben. Darin wird auf die durch Sparzwänge eingeengten Rechtsansprüche behinderter Menschen hingewiesen.
So könnten die Schülerinnen und Schüler der Tageseinrichtungen aufgrund fehlender Mittel in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr in das Eingangsverfahren für den Berufsbildungsbereich bzw. in berufsvorbereitende Maßnahmen übernommen werden, heißt es.